Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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248 Ziereil. Schmücken. Putzen. Auszieren. :c.

zwar denket, daß sie ihm gut anstehen, die aber wirklichübel sind, und eine gewisse Einbildung, oder Art von Thor «heit an ihm verrathen.

Schmücken wird nur von solchen Dingen gebraucht,welche kurze Zeit währen, und hernach wieder weggenom-men werden. Die Alten schmuckeren bisweilen die Al-tare mit Kränzen und Blumen. An einigen Orren schmü-cket man in dem Psingstfeste, die Kirchen mic Meien, unddie Einfalt führet sogar, für solchen Gebrauch, die Worteder Bibel an: Schmücket das Fest mit Meicn, bis andie Horner des Alrars. Ps. n Z, -7- Man sagt: DieBraut ist geschmücktt, wenn sie alle ihre hochzeitlicheKleidung angeleget hat. Alle diese Dinge, welche eineSache schmücken, führen den B.-griffeincr kurzen Dauermit sich, sie werden nach einiger Zeit wieder weggenom-men oder abgeleget.

In dem Verstände, worin das Wort putzen, mitden vorigen gleichbedeutend ist, kommt es in so weit mitSchmücken übercin, daß es ebenfalls nur von solchenDingen gebraucht wird, welche eine Sache nur auf einekurze Zeit verschönern sollen, und das Frauenzimmer ver-stehet unter dem Worte purzen, mehrentheilS die Anle-gung deijenigen Sachen, welche den purz ausmachen.Ja in dem gemeinen Umgange sagt man viel gewöhnlicher,von einem Frauenzimmer: Sie hat sich Iepuycr, eingepumcs Frauenzimmer, als, sie hat sich geschmücker,ein geschmücktes Frauenzimmer. Vielleicht, weil manden Schmuck so sehr nicht achtet, woferne er nicht vonden Kleinigkeiten, an Band, gemachten Blumen, Kann-ten, und dergleichen, begleitet ist, welche die herrschendeMode eingeführet hat. Wiewohl man im Schreiben, undöffentlichen Reden, das Wort Schmücken allemal vor-ziehen wird. Man sagt auch wohl: Ein Gemach, einZimmer purzen oder ausputzen, und verstehet dadurchdie inwendige Verzierung desselben mit allerlei Dingen,

welche