Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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252 Sammle». Versammle«. Zusammenkomme,?.

haben, sich nach einem Ort hin zu bewegen, oder solcheKraft ihnen zum wenigsten zugeeignet wird.

Sammle», ist so viel, als zusammen lesen, zusam-men bringen. So sagt man: Seltene Münzen samm-le» : Allerlei Arten von Steinen sammle»: Geld samm-le», und dergleichen. Man braucht auch dieses Wort,(als ein zurückkehrend rcci^iocuiu,) in eben demVerstan.de, bloß von leblosen Dingen. Das Wasser sammlecsich, in den Gründen. Die Unreinigkeit sammlet sichauf dem Boden des Gefäßes, u. s. w.

Versammlen, ist fo viel, als zusammen berufen.Z.E. Der Rath hat die Bürgerschaft versammlet. DerKönig hat befohlen, daß die Regimenter sich an diesemOrte versammle?! sollen. Kurz vor seinem Ende ver?sammlete er alle seine Freunde, um ihnen seinen letztenWillen bekannt zu machen, u s. m.

Wenn dieses Wort zurückkehrend wird, heißt es soviel, als in einer gewissen Absicht, oder zu einem gewissenEndzweck zusammen kommen. Die Vornehmsten desRaths, versämmlcre» sich, um darüber zu raihfchla-gen. Es versammlere sich eine große Menge Volks,den Einzug des Königes anzusehen. Die Bürgerschaftvcrsammlcre sich, zu hören, was der Magistrat bekanntmachen würde. Ja man braucht es sogar von den un-vernünftigen Thieren, die bloß aus natürlichem Triebe,zu einem gewissen Zweck zusammenkommen. Z. E. WoKorn ausgeschüttet ist, versammle» sich die Sperlinge,in der Absicht, es zu fressen. Man sagt gewöhnlich, vonden Zugvögeln: Sie werden bald wegziehen, denn sie ver-sammle» sich schon. Die Störche versammle» sichauf dem Felde, die Schwalben versammle» sich auf denDächern, weil sie aus einem natürlichen Triebe den Zweckhaben, in großen Haufen wegzuziehen, und deswegen ge-meiniglich, einige Tage vorher, Haufenweife zufammenkommen. ,

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