Sammlung. Versammlung. Zusammenkunft. 25z
In der Bibel hat D Luther diesen Unterschied, zwi-schen sammle» und versammle» nicht beobachtet, i B.Mos. 49,1. stehet es recht: Jacob berief seineSöhne undsprach: versammlet euch. Hingegen ist cö unrecht,Ierem. 6, i. Sammler euch, ihr Kinder Benjamin.Ies. 48, 14. Sammlet euch alle und höret. Ierem.12, 9. Mein Erbe ist wie der sprenglichte Vogel, um wel-chen sich die Vögel sammlen. Matth. 24,28. Wo einAas ist, da sammle» sich die Adler. Nach dem jetzigenGebrauch aber, wird der angeführte Unterschied, von allenguten Schriftstellern jederzeit in Acht genommen. Mansagt aber doch, ein Sammelplatz, fürVersammlunIS-plarz. Z.E. Hier haben die Soldaten ihren Sammel-play. Dieser Ort ist zum Sammelplatz bestimmet,und dergl. welches vermuthlich daher rühret, weil die Al-ten zwischen diesen Wörtern keinen Unterschied zu beobach-ten pflegten. Sie brauchten ansanglich, wie Wachterim Glossar, bemerket, das einfache Wort sammen, dieSammung. Daraus ist hernach das Frequentativum,sammlen entstanden, welches mit der Zeit gewöhnlichergeworden, und das Primitivum gleichsam vei drnnget hat.Hernach sehte man noch die Syllbe ver vor, ohne jedocheinen Unterschied zu machen, und vielleicht bloß um dieBedeuiung zu verstärken. Eben das scheinet auch die Ur-sache zu seyn, warum in der Bibelübersetzung kein Unter-schied beobachtet wird, weil er damals noch nicht gebrauch-lich war, sondern nur in den folgenden Zeiten erst, durchden Gebrauch der Schriftsteller ist eingeführet worden.
Wenn das Wort Zusammenkommen, von leben-digen Geschöpfen gebraucht wird, so ist es in so weit mitsich versammle», einerlei bedeutend, daß es ebenfallseinen gewissen Zweck anzeiget. Man kann sagen: DerRath versammlerc sich, und auch, der Rath kam zu-sammen, darüber zu berathschlagen. Imgleiche»: Wennaus den Gebirgen viel Schnee gefallen ist, so versamm-
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