264 Blöde. Furchtsam. Zaghaft. Verzagt.
Zuversicht, daß es ihnen gefallen, oder sie ihm Gutesthu» werden. Wenn sie ihm aber liebkosen, wird es balddreister. Ein Redner ist blöd, wenn er kein gutes Zu-trauen zu sich selber hat, und zweifelt, daß seine RedeBeifall erhalten werde.
Man braucht auch das Wort Blöd bisweilen fürschwach. Ein blödes Gesicht, blöde Augen, dasist, ein schwaches Gesicht, schwache Augen. Einblöder Verstand, das ist, ein, schwacher Verstand.Allein in diesem Sinn, ist es nicht mitden andern gleich-bedeutend.
Die Furchtsamkeit, unterscheidet sich dadurch vonder Furcht, daß die Furcht auch vor solchen Dingenseyn kaun, welche man in der That zu fürchten Ursachhat: Die Furchtsamkeit hingegen, eine Neigung mitsich führet, die Gefahr als gar zu groß anzusehen, odersich Geschrei einzubilden, wo wirklich keine vorhandensind, die Furchtsamkeit, zeiget auch mehr eine Ge-müthsbeschaffenheit: Die Furcht, eine wirkliche Aeus-serung derselben an. Ein Redner ist furchtsam, ver-möge seiner Gemüthsbeschaffcnheit, wenn er denket, sei-ne Rede werde einigen von den Großen unter seinen Zu-hörern misfallen, und ihm ihren Unwillen zuziehen. Da-her redet er nicht mit gnugsamer Freimüthigkeit, er drü-cket die Wahrheiten, welche er vortragt, nicht lebhaft ge-nug aus, und lasset wohl gar seine Furcht, an dem Zit-tern der stimme und andern anßerlichen Gebehrdcn se-hen. Wenn man zum ersten male öffentlich reden soll,ist man gemeiniglich blöd, man hat noch kein gutes Zu-trauen zu sich selbst, und daraus entstehet die Furcht-samkeit, man stellet sich eine große Gefahr dabei vor,lind denket, man werde es nicht gut machen, den Zuhö.rern misfallen, oder sich ihren Spott und Verachtungzuziehen, und scheuet sich deswegen zu reden. Ein Sol-dat ist furchtsam, nach seiner Gemüthöbeschaffenheit,
w,enn