Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Blöde. Furchtsam. Zaghaft. Verzagt. :e. 26z

von einem solchen Menschen brauchet, der ganz übermäßigisset.

Uneigentlich sagt man: Der Krieg hat viel Leute ge-fressen: Der Neid frißt ihm das Herz ab: Der Krebsfrißt um sich, wenn er sich weiter ausbreitet, und diegesunden Theile mehr und mehr angreifet. Auch sind ei-nige niedrige Redensarten, worinn dieses Wort im ge-meinen Leben gebräuchlich ist, z.B. Er bildet sich ein,alle Weisheit gcf.'essen zu haben, für er hat eine übermaßt»geEinbildung von seiner Klugheit undeigencm Verstän-de. Einen Narren an etwas gefressen haben, für ei-ne unmaßige und thörichte Liebe gegen etwas haben.Sein Leid, seine«, Kuinmer i>> sich fressen, für geheimhalten, und sich heiinlich damit quälen, und dcrgl.

15?. Blöde. Furchtsam. Zaghaft.Verzagt.Blödigkeit. Furchtsamkeit. Zaghaftig-keit. Verzagtheit.

AHlöd, ist der Gegensatz von Dreist, die Furchtsam-keit stehet der Äuhnheir, die Zaghaftigkeit undVerzagtheit, der Herzhaft-gkeit entgegen.

Wer keinen getrosten Muth und kein gutes Zutrauenzu sich selber hat, ist blöd. Wer die Gefahr als garzu groß anstehet, oder sich bei einer Sache, Gefahreneinbildet, ob gleich wirklich keine da sind, und daher sichscheuet, solche Sache anzugreisen, der ist furchtsam.Wer in einer Sache den Muth sinken laßt, so, daß ervon seinen Unternehmungen keinen guten AuSgang erwar-tet, der ist Zaghaft oder verzagt.

Ein Mensch, der nicht oft in Gesellschaften kommt,ist gemeiniglich blöd, er hat nicht das Zutrauen zu sichselbst, daß er der Gesellschaft gefallen, oder sich durchsein Verhalten, ihren Beifall erwerben werde. Ein indist gemeiniglich blöd, gegen diejenigen, welche es nochniemals gesehen hat; Es mangelt ihm an einer innerlichen

R 4 Zuversicht,