Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Blödigkeit. Furchtsamkeit. Zaghaftigkeit. :c. 265

wenn er die Gefahr scheuet, und sich dieselbe größer vor.stellet, als sie in der That ist. Daraus entstehet hernachdie Furcht selbst, welche er dadurch äußert und an denTag leget, daß cr den Feind nicht angreifen will, oderzurückweichet, und dergleichen.

Die Wörter zaghaft und verzagt, drücken einerleiGemüthsbeschasscnheit aus, nur ist da6 letzte starker. Za-gen heißt, den Muth verliehren, die Hosnung ansgcben.Zaghaft ist also derjenige, der keinen Muth mehr hat,der keinen guten Ausgang, seiucr Sache, mehr erwartet.Die r'iaLpolitio ins<^gi2bil>!> ver, macht die Bedeutungdes Verbi, zu welchem sie gesetzet wird, starker, als invermehren, verbessern, u. a. m. Verzagen oderverzagt seyn, heißt also, den Muth dergestalt sinkenlassen, daß man alles verlohren giebt, und gar keine Hof-nung übrig bleibt. So würde man sagen können; DieFeinde thaten nur einen zaghaften Angriff, (das ist, siehatten keinen Muth dabei, und erwarteten selbst, nichteinmal einen guren Ausgang davon). Und da sie einentapferen Widerstand fanden, wurden sie ganz verzagt,und begaben sich auf die Flucht. (Das ist, sie gaben al-les verlohren, es blieb ihnen keine Hofnung übrig. Einzaghafter Mensch, ist der, welcher keinen Muth in sei-nen Unternehmungen beweiset, und weil er selbst, keinenguten AuSgang davon erwartet, sie auch nicht mit Lust undmit Freudigkeit thut. Ein verzagter Mensch, ist der,welcher bei den geringsten Schwierigkeiten, alle Hosnungverlohren giebt. Der Zaghafte, thut bisweilen nochetwas, um sich zu helfen, ob er es gleich nicht mit iust,und, mit Freudigkeit thut.. Der Verzagte, wiflgar nichts mehr thun, er siehet alles, schon als vergeblichan. Ein Redner ist zaghaft, wenn er nicht mit Muthund Freudigkeit redet, und nicht glaubt, daßer durch sei,ne Rede, dasjenige erlangen werde, was er erlangenwollte. Er ist verzagt, wenn er allen Muth ganzlicl)

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