266 Traurigkeit. Betrübniß. Traurig.
Verliehret, und gar nichts Gutes von seiner Rede er«wartet.
So kühn auch Demosthenes , in seinen Reden, widerden Philipp von Macedonien war, so zaghaft war erdoch in der Schlacht bei Cheronnäa. (Er ließ den Muthsinken, es fehlete ihm an kriegerischem Muthe.) Und so---bald die Athenimser in Unordnung geriethcn, ward er soverzagt, daß er seinen Schild von sich warf. (Er ließden Muth dergestalt sinken, daß er alles verlohren gab,Und keine Hofnung übrig behielt.) Ja seine Furcht-samkeit war so groß, daß, als sein Rock, aufder Flucht,an einem Strauche hengen blieb, er sich einbildete, er seyvon einem Feinde ergriffen worden, und ausrief: Achschone meines Lebens. (Er bildete sich eine Gefahrein, wo keine war, oder sahe sie doch für grösser an, alssie wirklich war, weil er glaubte, der Feind sey schon hin-ter ihm, da er doch noch weit entfernet war.)
,54. Traurigkeit. Betrübniß. Traurig.Betrübt. Leid. Herzeleid.
H Überhaupt bedeuten diese Wörter eine unangenehme Ge-^ müthsbewegung, welche entweder durch den Verlusteines Guten oder die Empfindung eines wirklichen Uebelserwecket wird. Das Wort Traurigkeit, beziehet sichmehr auf die innerliche Gemüthsbefchaffenheit selbst, jain gewissen Fallen, kann die Traurigkeit, bloß aus derGemüthsverfassnng des Menschen entstehen. Das WortDerrübniß, hat allemal eine Beziehung aufdie Sache,welche die Betrübniß erwecket. Es kann keine Verrüb-niß seyn, ohne daß sie durch ein zugestosienes Unglück ver-ursachet worden. Das Leid, hat ein Unrecht oder Be-leidigung zum Grunde. Das Herzeleid, wird durchein solches Unglück verursachet, welches wir an Personenerleben, die uns besonders nahe und zu Herzen gehen.
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