Betrübt. Leid. Herzeleid. 269
gethan worden, da wir sagen: Es hat uns leid ge-than. Daher kommt auch das Wort Beleidigen, je-mand Leid oder Unrecht anthun. Dieser Begriff scheinetsogar in der Redensart übrig zu seyn: L.eid tragenüber einen Codren, weil man in den heidnischen Zeitendie Todten beschuldigte, daß sie Unrecht gethan hatten,ihre Freunde zu verlassen, und sie daher bei dem Be-gräbnisse, zu befragen pflegte, warum sie gestorben wa-rcn, da ihnen doch niemand etwas zuwider gethan, undsie alles nöthige auf der Welt gehabt hatten. SieheAlerand. Roß. Juden- und Heldentempel.
Herzeleid erlebet man an solchen Personen, die unSbesonders nahe gehen. Eltern haben Herzeleid, anuugerathenen Kindern. Es ist ein großes Herzeleid fürsie, wenn ihnen erwachsene Kinder, von denen sie diebeste Hofnung hatten, durch den Tod entrissen werden.
Es ist ein großes Herzeleid für einen Ehegatten,wenn er des andern beraubet wird, den er gleichsam, wiesein Herz geliebet, u. s. w.
Syr. 25, v. 17. Es ist kein Wehe so groß als Her-zeleid- Sprüchw. Sal. 19, iz. Ein narrischer Sohn istseines Vaters Herzeleid. 1 B. Mos. 26,35. Die Wei-ber Esaus, machten Isaae und Rebecca viel Herzeleid.Doch wird das Wort Herzeleid, auch sonst für einensehr hohen Grad des Kummers gebraucht, welcher unssehr zu Herzen gehet. So sagt man: Jemanden al-les gebrannte Herzeleid anthun, und dergl.
Mancher Mensch kann traurig seyn, vermöge seinerGemüthsbeschaffenheit, bei einer geringen widrigen Em-pfindung, dadurch ein anderer, nicht einmal würde ge-rühret werden. Die Betrübniß ist allezeit mit Traurig-keit verknüpft, diejenigen Dinge, welche uns betrübemachen, machen uns auch traurig. Und da wir dasLeid und das Herzeleid, so uns begegnet, als ein Un-glück ansehen, so sind wir dabei allemal, sowol traurigals betrübt.
Anmerk.