Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Unordentlich. Verwirret. Tisch. Tafel. 27z

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Eine Geschichte ist verwirret, wenn die Begebenheitenso wunderlich durch einander laufen, daß man sie nichtgut entwickeln kann, oder die eine mit der andern ver»wechselt.

Anmer. Sowol in der eigentlichen als uneigentlichen Bedeu-tung, kommt da6 Wort Verwirret, mit dem lateinischen in-tricgms überein, und di,s s kommt von ni.c».- her, w.'lcdeödie kleinen Haare oder Faden bedeutet, so sich bisweilen denVögeln um die Fusse wickcln. Man la.;r oft, der Proeeßist sehr intrieac, welches man doch eben so gut auf deutsch ge.ben könnte: Er ist sehr verwirret.

157- Tisch. Tafel.

an braucht das Wort Tafel von verschiedenen Din.gen. In dem Verstände aber, in welchem es mitTisch übercin kommt, unterscheidet sich doch der Tischvon der Tafel, inderGrösse, inderFigur, und in demGebrauch. Ein Lusch ist kleiner, eine Tafel giebt denBegriff einsr mehreren Größe. Der Tisch kann rund,viereckig, achteckig seyn, eine Tafel ist allezeit lang. Ein'Tisch wird zu allerlei Dingen gebraucht,'zum Essen, zumSchreiben, zum Coffetrinken, in der Küche, u. s. w.Die Tafel ist mehrencheilö zum Essen bestimmt.

Weil die Vornehmen, gemeiniglich in großen Ge-sellschaften, an langen Tafeln speisen, so saget man:Sie sind an T:fel. Sie filzen bei Tafel. Tafelhalten. Sick zur Tafel begeben. Der König hatihm die Gnade erzeiget, ihn an seine Tafel zu nehmen,und dergleichen.

Von Geringeren, welche gewöhnlich nicht in sogroßen Gesellschaften, ihre Mahlzeiten zu halten pflegen,saget man: Sie find bei Tische.

Es ist daher nicht recht geredet, wenn man von zweioder drei Personen, welche an einem kleinen Tische spei-sen: sagt: Sie find bei Tafel.

Stoschl-Th. S l58. woh-