Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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272 Unordentlich. Verwirret.

ordentlich. Was in einander geschlungen ist, so, daßman es nicht gut wieder aus einander bringen kann, istverwirret.

Unordentlich, kann von allen Dingen gebrauchtwerden. Eine Wirthschaft ist unordentlich, wenndarinn viele Sachen nicht an ihrem gehörigen Orte stehen,die Arbeit nicht zu rechter Zeir geschiehet, bald in einem,bald in dem andern Stücke, zu wenig oder zu viel gethanwird, und dergleichen. In einem Walde stehen dieBaume unordentlich durch einander, das ist, sie ha-ben kein gutes Verhältniß gegen einander. Ein Mensch,denkt unordentlich, wenn seine Gedanken nicht in ei-nem guten Verhältnisse, aufeinanderfolgen, sondernoft von fremden Dingen unterbrochen werden > oderwenner an dasjenige zuletzt denket, was billig das erste hätteseyn sollen.

Derwirret, wird eigentlich nur von Haaren, Flachs,Garn, und andern langen und dünnen Fäden gebraucht,welche in einander geschlungen, und verwickelt sind. Her-nach wird es auch uneigentlich von allerlei andern Dingengebraucht, welche man nichtgut auflösen, oder aus ein-ander bringen kann. Z. E. Man sagt : Der Proceßist sehr verwirret, wenn vielerlei Begebenheiten, durcheinander vorgefallen, oder auf beiden Seiten, so vielGründe, für und wider die Sache sind, daß man ihnnicht leicht entscheiden kann.

Man sagt von einem Menschen: Es stehet ziemlichunordentlich in seinem Kopfe, das ist, feine Gedankenstehen in keinem guten Verhältnisse mit einander; Erhat zwar Begriffe von vielerlei Dingen, aber er weis sienicht an ihrem gehörigen Orte anzubringen. Er ist imKopfe, oder im Gehirne verwirret, das heißt, er istaberwitzig, er ist nicht wohl bey Sinnen.

Ein Buch ist unordentlich geschrieben, wenn dieSachen in keinem guten Verhältnisse vorgetragen werden.

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