Feig. Verzagt.
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da dergleichen Wohnungen der Adelichen auf dem Lan.de, gemeiniglich veste Schlösser, oder auch Raubschlös-ser waren.'
Wer ein Haus an einem Orte hat, der ist zugleichdaselbst angesessen, ergeniesset das Bürgerrecht, und an,dere Freiheiten, muß aber auch die Abgaben rragen.Wer nur blos seine lVohnung an einem Oire hat, indem Hause eines andern, ^er geniesset deswegen nochnicht das Bürgerrecht, oder andere Freiheiten.
159. Feig. Verzagt.
eig, drücket mehr eine Muthlosigkcic und solche Furcht,samkeit aus, welche ihren Grund in der Gemüths,bcschaffmheit eines Menschen hat: Verzagt, eineFurchtsamkeit, welche durch gewisse schlimme Umstän.de verursachet wird, worinn man sich besindet, unddie da machen, daß man alle Hofnung verlohren giebt.
Ein feiger Mensch ist bei allen Schwierigkeitenfurchtsam, er hat niemals einen vesten und mannlichenMuch: Ein verzagter laßt sich nur in gewissen Umstan-den von der Furcht einnehmen, wenn ihm solche Schwie-rigkeiten oder Gefahren vorkommen, divon er sich ein.bildet, daß er sie nicht werde überwinden können.
Der Feige ist allezeit zugleich verzagt, aber derVerzagte nicht allezeit feig. Ein feiger Soldat istniemals herzhast, er scheuet allezeit die Gefahren: Hin.gegen derjenige, der heute einen herzhaften Angriffgethanhat, weil er aus gewissen Umstanden einen guten Auögangvermuthete, kann bei einer andern Gelegenheit verzagtwerden, weil er sich einbildet, in solchen Umstanden zuseyn, da alles verlohren und keine Hofnung übrig ist.
Man beschreibt die südlichen Amerikaner, als feigeMenschen, das ist, sie haben eine surchtsiime Gemüths,befchaffenheit, daher sind sie auch in Gefahren allemalverzagt. Die Polen sind nicht feig, man giebt ihnen
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