Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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Irre. Unreimisch. Aberwitzig. :c. 279

gleichen beim Worte S: //a»/>/, iimt voce- s»ro-

r>T, coclcm scuiine ^ro^natT, j>er iccretü iitersililn convcrti.büüim.

I» den folgenden Zeiten erst, Hot vcrmnthlich der Unterschiedstatt gefunden, daß man das eine für edler als das andere ge-halten.

162. Irre. Unreimisch. Aberwitzig.Wanrvitzig. Mansinnig. Unsinnig.

Asllc diese Wörter zeigen eine Beraubung des Verstärk.^ des an, und werden in dem gemeinen Gebrauch sehroft mit einander verwechselt. Unterdessen scheinen sie dochnach einer stärkeren oder schwächeren Bedeutung unter-schieden zu seyn, sie bringen gleichsam mehr oder wenigerSch-ttten, auf das Bild eines Menschen, welcher seinerVernunft beraubet ist. Die Etymologie kann den eigent-lichen Unterschied bestimmen helfen.

Irre, in so weit es mit den andern gleichbedeutend ist,braucht man nur blos, als ein höfliches Wort, alle Artenvon Beraubung deöVerstandes auszudrücken. Man sagt:Dieser Mensch ist irre geworden, ohne dadurch zu bestim»men, ob er rvanwirzig oder unsinnig, und dergleichensey. Man braucht auch das Wort Irrenhaus, fürTollhaus, bloß aus einer Höflichkeit.

Das Wort Unreimisch, erinnere ich mich nicht, beieinem guten Schriftsteller gefunden zu haben, allein manhöret es oft in dem gemeinen jcben, da man sagt: Derarme Mensch ist unreimisch geworden. Er war in derHitze des Fiebers, etwas unreimisch, und dergl. Esscheinet den geringsten Grad der Beraubung des Verstan-des auszudrücken, wobei nur die Gedanken einigermaßenverwirret sind, und der Mensch allerlei ungereimte, oderübel zusammenhangende Dinge redet.

Aberwitzig, kommt her von Aber, wodurch manvor Alters, etwas Unächtes, oder Unrechtes angezeigethat, wie denn ein Afrerpapst, oder ein unächter Papst,

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