Ohngcfähr. Zufall. Glück. Loos. :c. 297
elenden und schlachten Fürsten beherrschet worden, welchesich die Wohlfahrt des Reichs mcht angelegen seyn liessen:Daß eö von allerlei barbarischen Völkern angefallen wur-de, denm man geineiniglich den Frieden mit Gelde ab-kaufte, wodurch sie eben, nach den Reichthümern vonConstaminopel, nur lüsterner wurden: Daß die bestenKriegcsleiite, bei den innerlichen Unruhen, sich untereinander aufrieben, anstatt ihre gesammre Kräfte, widerdie auswärtigen Feinde zu vereinigen. Alles kam zusam-men, alles fügte sich gleichsam so in einander, daß dar-aus nothwendig der Untergang dc6 Reichs entstehen muste.
174. Ohngefähr. Zufall. Glück. Toos-Schanz. Schlump.
b gleich diefe Wörter vcrfchiedene Bcdcntungen ha-
ben, fo kommen sie doch in so weit überein, daß sieso etwas anzeigen, was ohne unseren Vorsatz undWillengeschiehet, oder wozu unsere Handlungen nichts beitragenkönnen.
^in Vhngefahr, nennen wir dasjenige, was sichzuträgt, ohne unsern Willen, und, ohne daß wir ge-dacht haben, daß es sich zutragen würde. iA>» Zufall,ist ebenfalls eine Begebenheit, welche geschiehet, ohnedaß wir sie Vorher sehen können, welche aber aus demOhnIcfahr entstehet. iAn Glück, nennen wir solcheohngefähre Zufalle, welche zu unserem Besten auS-schlagen.
Es ist ein Ghngcfahr, daß cm Stein vom Dache,auf einen unten stehenden Menschen fällt. Daß dieserMensch davon beschädiget oder getödtet wird, ist ein Zu-fall. Von (Dhngesahr fiel ein Funken in den Schwe-fel und Salpeter, welche Barrhold Schwarz, unter ein-ander gemcnget hatte, und da es mit grosser Gewaltauf-flog , fo gab ihm dieser Zufall Gelegenheit zu Erfindungdes Pulvers. Die gröjsestcn Begebenheiten, haben oft
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einen