Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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zi2 Unwissenheit. Unverstand. Dummheit.

lichkcit hätte, so würde man auch sagen können: Er kann nicktermangeln sich zu betrinke», zu spielen, sein Geld zu ver-schwendn, und dergl. el'en wie man sagt: Er kam, es nicktUnterlast:,, sich zu b trinke», zu s.iclen, sein Geld zu verschwm-5eu. Abcr, eben bis, daß man in diesen Fallen, wo keine Be-ziehung auf eine Verbindlichkeit, oder auf einen Fehler ist, des-sen man sich durch die Unterlassung sclmldig macht, das Wort er-mangeln nicht gebraucht, kann die Nichtigkeit, des von mir an«gezeigten Unterschiedes bestätigen,

W n» jemand sagen wollte: Er wird nickt ermangeln dirunhäflicn ;u antworten, so würde es ein eben so unangeneh-mer Gallicismus für das französische m-iiicz»er seyn, als die Re-densart: Sie Natur ermangelt nie sick für Sie Beleidigun-gen, Sie man ihr zufügt, ;u racken, welche Hr. Avelrmzdafür erkläret, ja man könnte vielleicht diese noch eher als jeneentschuldige».

i8> Unwissenheit. Unverstand.Dummheit.

<A")ie Unwissenheit, ist ein Mangel der Erkenntniß.

Der Unverstand, ei» Mangel der Einsicht undUcl-c'-legung. Die Dummheit, ein Mangel der na-türlichen Fähigkeiten.

Ei>? Unwissender lasset sich unterrichten. Ein Un-verständiger will keinen Unterricht annehmen, er über-lebt nicht, wie nützlich er «hin sey. Bei einem Dum-men hilft kein Unterricht, die Arbeit ist bei ihm verlohren.

Der Unwissende hat nichts gclernet, weil er keineGelegenheit dazu gehabt hat. Der Unverständige hatnicht-Z lernen wollen, wenn er gleich Gelegenheit gehabt,nno man sich Mühe genug mit ihm gegeben hat, weilet?nicht eingesehen, daß. ihm die Wissenschaft nützlich sey.Der Dumme hat nichts lernen können, weil ihm dienechig.cn Fähigkeiten gemangelt haben.

Man kann in einer Sache unwissend feyn, unddoch in andern eine sehr gute Erkenntniß haben; Alsokann man auch unwissend seyn, ohne daß man dabei un-vcisi.mi)-'g und dumm wäre. Aber der Unverstand,

und