Flaß. Arbeitsamkeit.
vermuthet von einer Versuchung überfallen wird, mansich zu entfernen sucht.
Es ist oft eine große Klugheit, die Zusammenkunftmit einem Feinde, zu meiden; Aber die Furcht bewegtuns gemeiniglich, ihn zu fliehen.
2Oi. Fleiß. Arbeitsamkeit.
tA>er Fleiß, ist eine Tugend, welche den Menschen an-treibt, alles dasjenige sorgfältig zu verrichten, wasihm oblieget. Die Arbeitsamkeit, ist eine Gemüths-befchassenheit, in welcher man niemals ohne Geschäfte seynkann, fondern auch alsdann, wann uns wirklich keine Ar-beit m-hr oblieget, sich etwas zu thun macht, und sichmit allerlei Dingen beschäftiget.
Der Fleiß, kann durch eine gute Erziehung bei je-manden zuwege gebracht werden. Die Arbeitsamkeitist mehr ein Geschenk der Natur.
Man kann bisweilen fleißig seyn, in seinem Beruf,und dasjenige, was uns oblieget, sorgfältig verrichten,ohne daß man dabei arbeitsam ist, und sich beständigzu thun macht.
Ein Tagelöhner ist fleißig, wenn er in der Zeit, daer zur Arbeit gedungen ist, dasjenige, was ihm anbefoh-len wird, sorgfältig und emsig verrichtet. Aber er istnicht arbeitsam, wenn er in den übrigen Stunden, oderin solchen Tagen, da er nicht gedungen ist, zu Hause kei-ne Arbeit vornimmt. Nur der ist arbeitsam, der auchin solcher Zeit sich mit nützlichen Dingen beschäftiget, al-lerlei Hausrath macht, und dergleichen.
Ein Hauswirth ist fleißig, wenn er auf feine Haus-haltung Acht hat, und dahin siehet, daß jegliche Arbeitzur gehöriaen Zeit verrichtet werde. Aber er ist nicht ar-bcirsum, wenn er in denenjenigen Stunden, in welchener sich nicht nothwendig beschäftigen muß, stille sitzet, odersie den Gesellschaften widmet.
202. Ge?