Meiden. Fliehen. 557
das heißt, er hat zwar Geschäfte gehabt, aber sie mmgeendiget, und noch keine neue Geschäfte vorgenommen.
Je und jemals, sind zwar bejahende Wörter, aberwenn sie mit einer Verneinung verknüpfet werden, ma-chen sie die Bedeutung derselben stärker. Niemand hatGott je gesehen. Ioh. i, 18. Niemand wird jemals soweit kommen: Nie ist das je, oder jemals erHörer:Nie hat man je, oder jemals dergleichen gesehen, u.s.w.
200. Meiden. Fliehen.
Griefe Wörter drücken eine Bemühung aus, sich vonsolchen Dingen zu entfernen, welche uns zuwidersind, oder uns schaden könnten.
Meiden, zeiget nur an, daß wir selbst uns hüten,an solche Oerter hin zu kommen, wo wir sie antreffen.Fliehen, führet den Begrif mit sich, daß wir verfolgetwerden, und uns zu entfernen suchen.
Man »neidet im Kriege einen Hinterhalt, wenn maneinen andern Weg nimmt, auf welchem man den Hinter«halt vorbei gehet, oder gar zurück bleibet. Man ftieheceinen Feind, welcher uns verfolget, wenn man vor ihmläuft, lind ihm zu entkommen sucht.
Man meidet die Trunkenheit, wenn man nicht ansolche Oerter hin gehet, wo mau dazu verleitet werdenkönnte, und sich selbst vor aller Gelegenheit hütet. Mansicher die Trunkenheit, wenn man indem Fall, da manwider seinen Willen dazu gereizet, und genöthizct wird,sich zu entfernen fucht. Die Crunkenheir fliehen, isteine uneigentliche Redensart, da die Trunkenheit, als einFeind vorgestellet wird, der uns fangen will, und demwir zu entkommen suchen. So sagt man auch, die Sün-de meiden und siichen. Das erste siehet daraus, daßman sich den Versuchungen nicht blos stellet, und sichnicht an solchen Oertern finden läßt, wo man verführtwerden kann. Das zweite darauf, daß wenn man im-Stoschl.TH. Y vermuthet