Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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ZZ6 Nie. Niemals. Nimmer. Nimmermehr. :c.

Vielleicht hat es in dieser zwiefachen Bedeutung, aucheinen zwiefachen Ursprung. In der ersten möchte es,wie Wachter meinet, von ni und immer herkommen.Er sagt im Gloßario: a comraric) sein^

z?cr, et iian. (?IuiI'. ?s?. in aeternum m'o?//^'.LcAe in gekcrnum nou, nam vi com^oltti aLtLinitateinncAat. Es würde also fo viel heißen, als in Ewigkeitnicht, oder zu keiner Zeit nicht. In der zweiten, schei-net es aus nie und mehr entstanden, und aus diesen bei-den Wörtern, in eins zusammen gezogen zu seyn, da esdenn vermöge dieses Ursprungs, einer Sache auf dasZukünftige die Wirklichkeit absprechen, und anzsigenwürde, daß sie zwar gewesen, oder geschehen sey, abernicht mehr seyn, oder geschehen soll.

Ietzo ist es in diesem Verstände veraltet, und wirmachen allemal einen Unterschied, zwischen nimmer,nnd nicht mehr. Das erste wird überhaupt gesagt,wenn wir anzeigen wollen, daß eine Sache, zu keinerZeit sey oder seyn soll. Z.B. Ich werde das nimmerzulassen: Du wirst nimmer dazu gelangen: Der Geizi-ge hat nimmer genug: Pred. Sal. 5, 9. Wer Geld lie-bet , wird Geldes nimmer satt. Das zweite brauchenwir nur, wenn wir zu erkennen geben wollen, daß eineSache, welche zwar schon gewesen, oder geschehen ist,doch gegenwärtig nicht sey, und iuskünskige nicht wiederseyn, oder geschehen soll. Z.B. Ich werde diefts nichtmehr thun, zeiget an, daß ich es zwar schon gethan ha-be, aber inökünstige nicht wieder thun will. Du sollstmich nicht mehr betrügen, seßet voraus, daß ich schonbetrogen bin, und zeiget an, daß ich mich inskünftigenicht wieder will betrügen lassen. So jagt man auch:Es ist nicht mehr Raum da: Du hast nicht mehrZeit dazu: Erdenket nicht mehr daran, und dergleich.Er ist nimmer beschäftiget, das ist, er hat zu keinerZeit etwas zu thun. Er ist nicht mehr beschäftiget,

das