Nimmermehr. Je. Jemals. zz5
57?ie nnd niemals, kann man auch brauchen, wennman einer Sache, blos in Absicht auf das Vergangene,die Wirklichkeit abspricht, und sagen will, daß sie vorhernoch nicht geschehen sey, ob sie gleich jeßo wirklich geschie-het. Zum Exempel: Das ist noch nie erhört. Der-gleichen ist noch niemals geschehen.
Die Alten brauchten das Wort nimmer, auf zwei-erlei Weise, bisweilen um einer Sache gänzlich das Da-seyn oder die Wirklichkeit abzusprechen, und anzuzeigen,daß sie noch nicht gewesen oder geschehen sey, lind auchnicht seyn oder geschehen werde. So stehet z Mos. 6,12.Das Feuer auf dem Altar, soll brennen und nimmerverleschen, das ist, es soll gar nicht, zu keiner Zeit ver-leschen- Ps. 109, 15. Der Herr müsse sie nimmer ausden Augen lassen, das ist, niemals, zu keiner Zeit.Pred. Sal. 1, 8. Das Auge siehet sich nimmer satt,und das Ohr höret sich nimmer satt, u. a. m.
Bisweilen aber, brauchten sie auch das Work nim--mer für nicht mehr, um einer Sache bloß fürs Gegen-wartige und Zukünftige, die Wirklichkeit abzusprechen,und anzuzeigen, daß ob sie gleich schon gewesen, odergeschehen sey, sie doch nun nicht mehr seyn oder gesche-hen solle. In solchem Verstände, heißt es Sprüchw.Sal. 26,20. Wenn nimmer Holz da ist,verleschet dasFeuer, das ist, wenn nichr mehr Holz da ist. Ps. 72,7. Bis der Mond nimmer sey. 1 Kön. 21, 15. iTla?doch lebt nimmer, sondern ist tod. Und von demachtzigsten Jahre in den Stussen des menschlichen AlterSheißt es:
Achtzig Jahr, nimmer weis'das ist, nickt mehr weise oder verständig, weil ln sol«chem Alter, der Mensch gemeiniglich nicht mchr, dievölligen Kräfte des Verstandes und des Gemükhö bescher,das Gedächtniß Verliehret, und in die Kindhe it zurück zukehren pfleget.
Vielleicht