Jung. Neu. F.usch. 345
was erst gebacken ist: Frische Butter diejenige, welcheerst vor kurzein gemacht ist. Mann nennet frisch Fleischdasjenige, welches erst vom Schlächter geholet ist, imGegensatz des Gerekelten, welches schon eine Zeit lang ein-gesalzet ist: Hingegen, frisch Pekelfleisch, dasjenige,was noch nicht gar zu lange im Salze gelegen hat, u. s.w.
Weil die Eßwaaren, wenn sie gut in Tonnen vcr»wahrt sind, sich lange gut zu ei halten pstea.cn, so nennetman bisweilen frisch, alles dasjenige, was von solchenverwahrten Sachen zuerst heraus genommen wird. Vonden, Biere sagt man, eine frische Tonne anstecken. DieKrämer sagen: Eine frische Tonne ausmachen, und sienennen frisch, alle diejenigen Waaren, welche sie erstbekommen haben, weil sie voraus sehe», daß sie gutundunverdorben sind.
Man bedienet sich auch des Wortes Frisch, in Ab-sicht auf eine Unvcrdorbcnheit bei allerlei andern Dingen.Z. E. Eine frische Ruthe, die noch nicht vertrocknet ist.Eine frische Wunde, worin sich noch kein Eiter oderFaulniß befindet. Ein junger frischer Mann, der nochbei völligen Kräften ist, dessen Kräfte noch nicht erschöpftsind. Daher sagt man auch, frische Pferde nehmen,das ist, andere Pferde, deren Kräfte noch nicht erschöpft,die noch nicht durch kaufen ermüdet sind. Den Anfallmit frischen ieuten thun, und dergleichen.
Ja man braucht sogar dieses Wort, um eine iebhaf-tigkeit und Munterkeit auszudrücken. Ein frischer Muth.Frische Augen. Frisch an die Arbeit gehen, das ist,sie mit Lebhaftigkeit und Munterkeit vornehmen, u.s.w,Allein in diesem Verstände kommt es nicht mit den vori-gen überein.
Man muß auch dieses noch bemerken, daß man dasWort Frisch niemals von solchen Dingen brauchen kann,die durch Menschen Hände sind verfertiget worden, wo-ferne es nicht Eßwaaren sind. Man kann wol sagen:
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