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Jung. Neu. Frisch.
Die Thiere nennet man jung, so lange sie noch imWachsthum sind, und das Alter noch nicht erreicht ha-ben, in welchem sie ihre völlige Grösse und Krafte'bekom^men. Ein junges Pferd, ein junger Hund u. s. w.
Da auch diePstanzen ein gewisses Leben haben, sonennet man sie ebenfalls jung, so lange sie noch iin Wachs-thum sind, und ihre völlige Grösse noch nicht erlangethaben. Man sagt: Ein junger Bauin. JungeMohrrüben, junger Sallat, u. s. w. lVeioh.2, 8. Lasset uns Kränze tragen, von jungen Rosen,ehe sie welk werden.
Man nennet neu, diejenigen Sachen, welche nochnicht lange da gewesen, oder noch nicht viel gebrauchtworden. Ein neues Kleid, ein neues Haus, ei» neuerTisch, sind Dinge, welche noch nicht lange da gewesen,oder gebraucht worden. So sagt man von den Menschen,ein neuer Bedienter, das ist ein solcher, welcher nochnicht l.MZi.' gedienet hat. Man sagt bisweilen von je-mand : Er ist in diesen Sachen noch ganz neu, das ist,er ist noch nicht lange damit umgegangen, er ist noch un-erfahren darum. Ein neues Pferd ist dasjenige, wasman noch nicht lange gehabt hat, u. s. w.
Das Wort Frisch, braucht man von solchen Din-gen, welche noch unverdorben sind, und ihre völlige Gut«haben. So nennet man ein frisches Wasser, dasjenige,n>-,s nicht unrein, oder warm geworden ist, sondern sichnoch in der Güte besindet, wie es aus seiner Quelle ge-kommen. Frische Austern, frische Hceringe, sind die-jenigen, welche noch vollkommen gut und gar nicht ver-dorben sind. Die Waaren sind frisch, das heißt, siesind gli: und unverdorben.
Man braucht das Wort Frisch, in Ansehung derEßmaarcn, auch sonderlich von solchen, welche erst vor ^kurzem gemacht sind, weil diesenoch umsovieldesto mehrihre völlige Güte haben. Frisch Brodt ist dasjenige,
was