Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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566 Rauben. Plündern.

sonst etwas thun, wodurch wir ihn einiger Massen kranket!können. Man sagt daher von solchen Menschen, welchein einiger Uneinigkeit leben, und sich einander entgegensind, nicht eben: Sie hassen sich, aber wol: Es isteinWiderwille zwischen ihnen.

219. Rauben. Plündern-

eide Wörter drücken eine gewaltsame und ungerechteWegnehmung desjenigen aus, was einem anderngehöret. Das erste ist allgemeiner, ein jedes ungerechteWegnehmen fremder Güter, welches mit Zwang undGewalt geschiehet, wird Rauben genannt. Daherkommen die Wörter, ein Räuber, Srrassenraub,Airchenraub, u. s. w.

plündern, ist eingeschränkter, und wird am ge-wöhnlichsten von einer solchen gewaltsamen Wegnehmungfremder Güter verstanden, welche den Soldaten imKriege bisweilen von ihren Befehlshabern verstattetwird.

Das Rauben, ist den Soldaten eigentlich niemalserlaubt, derjenige, welcher darüber ergriffen wird, daßer etwas gerauber hat, wird gemeiniglich gestraft. Dasplündern wird ihnen bisweilen anbefohlen.

Man verknüpft oft diese Wörter mit einander: Sierauben und plündern, dann siehet man darauf, daßsie den Befehl ihrer Obern überschreiten, und auch an sol-chen Orten etwas zu sich reissen, wo es ihnen nicht erlaubtist. Oder wenn man sagt: Der Feldherr verstattete sei-nen Soldaten, das Rauben und plündern, so zeigetman an, daß er ihnen nicht nur an gewissen Oertern, diePlünderung verstattet, sondern auch zu andern Räu-bereien , durch die Finger gesehen und sie nicht gestraftehabe.

Das Wort plündern, kommt von Plunder her,man nennet verächtlicher Weife allerlei geringe und schlech-te