Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Feindschaft. Groll. z?z

schafr legt solche Gesinnung an den Tag, sie sucht öffent-lich zu schaden: Der Groll verbirget sie, und schadetheimlich.

Man wird niemals, weder Feindschaft noch Grollwider jemand haben, woferne man sich nicht von ihm be-leidiget zu seyn dünket, also haben beide cineRachbegicrdezum Grunde. Die Feindschaft aber rächet sich öjsent-lich, sie leugnet es gar nicht, daß sie Gelegenheit suche,das Unrecht wieder zu vergelten. Der Groll verdecketdie Nachbegierde so lange, bis er Gelegenheit findet, sieauszuüben, und dann ergreifet er solche Gelegenheit mitFreuden.

Die Fcindfchaft gehet gemeiniglich weiter, als derGroll, sie sucht eine stärkere Rache, sie will allen mög-lichen Schaden thun.

Der Groll ist mit einer geringeren Rache zufrieden,er will nur in einigen Stücken schaden. Hingßgen dau-ret er auch gemeiniglich langer, und ist nicht so leicht zuversöhnen.

Man leget oft zwar die Feindschaft ab; Aber manbehalt noch Groll in dem Herzen.

22z. Faul. Träge. Nachläßig. Läßig.Verdrossen.

aul, begreift einen Mangel der Arbeitsamkeit und desFleisses: Träge, einen Mangel des Eisers: Nach-läßig, einen Mangel der Achtsamkeit: Lässig, beidesden Mangel der Achtsamkeit und des Eifers: Verdros-sen, den Mangel der Lust in sich.

Der Faule, will beständig still sihen, er scheuet alleBemühung und Arbeit. Der Trage, hat einen gerin-geren Grad der Faulheit, er arbeitet wol bisweilen, aberohne Ernst und Eifer. Der Nachlässige, verrichtetseine Arbeit nur obenhin, ohne die gehörige Sorgfalt undAchtsamkeit, oft lasset er sie auch gar liegen. Bei dein

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