Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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z/4 Faul. Träge. Nachläßig. Läßig. Verdrossen.

Lästigen ist Trägheit und Nachlästigkeit, mit einan-der verknüpft, er bemühet sich nicht gerne, und wenn eres thun muß, so thut er es, sowol ohne Ernst und Eifer,als ohne Sorgfalt und Achtsamkeit. Wer verdrossenist, thut alles mit Unlust und Widerwillen, wenn er gleichbisweilen geschwinde fortarbeitet, so ist ihm doch seine Ar-beit verdrüßlich.

Den Faulen und den Trägen, kann man durchnichts zur Arbeitsamkeit und zum Fleiß bewegen, ihrFeh-ler steckt grossen Theils in der Natur, und in der Beschaf-fenheit des Körpers: Si? lieben die Ruhe und das Still-sitzen mehr, als alle Vortheile, welche ihnen aus der Ar-beit zuwachsen könnten, und werden nicht leicht eine Arbeitverrichten, wo sie nicht durch die Noth, oder durch dieEmpfindung eines Uebels, dazu gedrungen werden.

De-r Nachläßige, kann durch Bestrafung seinerUnachtsamkeit, oder durch einen grossen Vortheil, welchener bei sorgfaltiger Verrichtung siiner Arbeit erlanget, acht-sam und sorgfältig gemacht werden.

Eben das kann auch bisweilen den Lästigen bessern,wiewol er niemals lanZe inchem Eifer bei eincrArbeit an-halten wird.

Wer z» einer Arbeit verdrossen ist, dem kann mannicht anders, als durch Vorstellung grosser Vortheile,dazu iust erwecken.

Es scheinet, als ob das Wort Lästig, etwas zu ver-alten anfange, unterdessen findet man es doch noch in denmeisten Wörterbüchern, und in der Bibel stehet es auch anverschiedenen Orten. Z. E. Sprüchw. !o, 4. LästigeHand machet arm. Imgleichen Sprüchw. 12,24. Fleis-sige Hand wird herrschen; Die aber lästig ist, wird müs-sen zinscn. Ebendas. V. 27. Einem Lästigen gerath seinHandel nicht, u. f. In der Zusammensetzung aber ist esnoch gebrauchlich. Man sagt: Nachlässig, Hin lästig,und dcrgl.

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