Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Arbeit. Werk.

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224. Arbeit. Lperk.

/Eigentlich drücket das Wort Arbeit, die Bemühung^ aus, welche man sich bei Verfertiqnng einer Suchegiebt. lVerk hingegen, die verfertigte Sache selbst. Manbraucht aber auch beide Wörter, von einer verfertigtenSache, doch mit dem Unterschiede, daß alsdann Arbeitmehr eine Sache anzeiget, welche mit Handen gemachtist. N?erL hingegen, eine Sache, woran der Verstandgearbeitet hat.

Wenn ein Künstlei' oder Handwerker, etwas smbereSlind artiges a/macht hat, zum Exempel: Eine schöne Bild-saule, ein schönes Gemählde, citisn bequemen oder zierli-chen Schrank, und dergleichen, so sagt mau: Es ist eine'schöne oder saubere Arbeit. Hergegen, von einem gutenund nützlichem Buche: Es ist ein gutes oder nützlichesN?crc'.

Man sagt von einer Uhr: Es ist eine saubere oderkostbare Arbeit, in Absicht auf die äußerliche Schönheitderselben, auf die angebrachten Zierrathe, und dasjenige,was die Hände des Künstlers gemacht haben. Man sagtacher auch: Es ist ein künstlich-s lVerk, wenn der Künst-ler darin seinen Verstand gezeiget, und eine besondereKunst bewiesen hat.

225. Der Andere. Der Zweite.

Gottsched sagt in seiner Sprackkunst: «Viele pfle-gen so zu zahlen: Der erste, andere, dritte,vierte, aber falsch: Es muß heißen, der Zweite. Dennwie im tateine auf pi imu-, nicht alter, sondern secunclu;folget: so ist es auch im Deutschen. Wenn nur zweiDinge sind, so kann man gar wohl sagen, das eine, das.^andere, wie sich im tateine, alter auf alter beziehet.Auf den ersten aber, muß der zweite folgen.

Es sind ihm hierin einige gefolget, und vielleichtmöchte es nicht unrecht, sondern vielmehr der Natur der

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