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257. Mengen. Mischen.
igcntlich möchte man diese Wörter wol so unterscheidenmüssen, daß man Mengen, von trockenen; Mi-schen hingegen, von flüßigen Sachen brauchte. Ver-schiedene Redensarten sowol, als auch die abgeleiteten undzusammengesetzten Wörter, scheinen dieses zu beweisen.
Man sagt z. E. Gemengetes Futter, gemengetesKorn, nicht gemischtes Futter, gemischtes Korn, ^unddaher kommt auch das plattdeutsche Wort, Manktorn.Imgleichen, dasFulter'für die Pferde mengen. Hächselunter das Futter mengen, und dergl.
Ein Handgeinenge, nicht Handgemische. An.mengen, einmengen, durchmengen, u. s. w. Alledergleichen Wörter, beziehen sich nur auf trockene Sa-chen.
Im Gegentheil sagt man: Wein mit Wasser vermi-schen. Gift mischen, weil die Alten das Gift gemein,',glich in einem Tra>cke zu geben pflegten. VermischtesMetall, weil das Metall geschmolzen, und wenn es durchdas Feuer flüßig geworden, mit einander vermischetwird. Man kann nicht sagen: Vermengtes Metall.
Unterdessen sind doch einige Redensarten, in welchendas Wort Mischen, auch von trockenen Sachen ge-braucht wird. Man sagt: Die Karten mengen, unddie Karten mischen. Vermischte Schriften, und der-gleichen.
In einem uneigentlichen Sinn, sagt man ebenfallsbeides: Sich in allerlei Handel mengen, und sich in al-lerlei Handel mischen.
Es scheinet also, daß das Wort Mischen, bisweilennur eine grössere und sorgfältigere Vermengung der Dingeanzeige. Die flüßigen Sachen vereinigen sich viel genauermit einander, so, daß man hernach die eine nicht einmalmehr von der andern unterscheiden kann, da man Herzö-gen