Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Wort. Redensart. Ausdruck. 421

Es sind erhabene und kraftige Ausdrücke, welcheIesaiaS von Gott gebraucht: Er misset die lVassermir der Laust, und fasset den Himmel mir derSpannen, und begreift die Erde nur eine,,, Drei-ling, und wieger die 2)crge mit einem Gewicht,und die Hügel mir einer lVage. Ics. 40,12. Mansagt von einem Dichter, er hat seine Ausdrücke gutgewählet, wenn er solche Worter gebraucht, die dasBild, welches er in unseren Gedanken hervorbringenwill, recht lebhaft schildern. So find es gut gewählteAusdrücke eines gewissen Dichters, welcher bei Be-schreibung einer Schlacht unter andern sagt:

Da saugten die Klingen, da blitzten die Säbel,Da schwirrte der Kugeln zerschmetterndes Blei,Da deckte den Himmel ein rauchender Nebel,Da zischten zcrborstne Granaten vorbei.

Anmerkung. Hv -Heinarz hat diese Erklärung des Worte«Ausdruck getadelt, und will nichts einen Ausdruck nen-nen, alsrv^sin einem tropischen, ooer uneigentlickei.Ginne stehet. Briefe Vie D. Spr. betr. ZTH. 17S. Al-lein mich dünkt, auf solche Weife, schränke er nicht nur die Be-deutung dieses Worts viel zu sehr ein, sondern es sey auch demSprachgebrauche zuwider.

Man braucht das Wort Ausdruck ganz gewöhnlich, von ei-lier jeglichen besonders lebhaften Vorstellung, welche durch ge-wisse äusserlich? Zeichen, in unserem Gemüthe hervorgebrachtwird. So sagt man: Der Ausdruck eines Tones in der Mu-sik, oder von einem Tonkünstler, er hat vielen Ausdruck in sei-ner Musik. Der Ausdrnck eines Gemäldes, einer Bildsäule,und dergleichen. Man sagt: Dieses Gemälde hat keinen Aus-druck, das heißt, es stellet dasjenige nicht deutlich und lebhastgenug vor, was der Maler hat vorstellen wollen. Hingegen,Alle Zeichnungen des-Hog^rths, haben einen vortreflichenAus-druck, das ist, sie stellen sehr lebhaft und vollkommen, allesdasjenige vor, was sie vorstellen sollen. Wenn «r einen zorni-gen Menschen schildert, so kann man den Zorn aus allen seinenMinen und Stellungen lesen.

Wenn