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42O Wort. Redensart. Ausdruck.
D'e N>6rter, finden wir in der Sprache, und derGebrauch entscheidet, ob sie gut oder schlecht sind.
Die Regeln der Grammatik entscheiden, obeineRe-densart der guten Wortfügung gemäß sey: Und ihreUebereinstimmung mit der Sache, wovon wir sie gebrau-chen, entscheidet, ob sie sich dazu schicken.
Die Ausdrücke, haben ihren Grund in den Gedan-ken des Redenden; Je stärker er denket, desto stärker wer-den auch seine Ausdrücke seyn, und ihre Güte wird durchden Nachdruck entschieden, welchen sie der Sache geben,wobei sie gebraucht werden»
Die Reinigkeit einer Sprache, beruhet aufdenN?örstern: Die Nichtigkeit und Deutlichkeit, auf den Re-densarten: Die Schönheit, auf den Ausdrücken.
In einer ausgearbeiteten Rede, muß man sich keinerfremden und ausländischen N?örrer bedienen, sonst istsie nicht rein.
Man muß die N)orrer in den Redensarten, nachden Regeln der Sprachkunst verbinden, widrigenfalls istsie nicht richtig; Man muß auch keine schwülstige undunverstandliche Redensarten brauchen, sonst ist sie nichtdeutlich.
Die Ausdrücke, müssen kräftig und rührend, odererhaben seyn, sonst ist sie nicht schön.
Man kann bisweilen in unserer Sprache, neuelVorrcr bilden, aber sie müssen aus der Sprache selbsthergenommen, und so beschaffen seyn, daß ein jeder siegleich verstehen kann.
Gottsched verwirft die Redensarten: Ein Mannvon Vermögen; Ein Mann von Grande, unddergleichen, weil sie den Regeln der Grammatik, undder Wortfügung nicht völlig gemäß sind. Siehe Gottfch.Sprachk. Seite 414. Man muß sich niemals, niedrigerund pöbelhafter Redensarten von erhabenen Dingen,oder erhabener Redensarten bei niedrigen und schlechtenSachen bedienen. ^