Begütert. Reich. 42z
So sagt man: Ein reicher Bauer, das ist, dernach seinem Stande, Ucb-rfluß, und mehr hat, alsgc.meiniglich die Bauern zu haben pflegen. Mau nenneteine Erbschaft oder Mitgift reich, nach dein Verhältnißdes Standes, worin sich derjenige befindet, welcher siebekommt. Einige hundert bis taufend Thaler, sind schoneine reiche Mitgabe für eines Bauern Tochter, odereinereiche Erbschaft, für einen geringen Menschen, da tiefesin einem höheren Stande, nur für eiue schlechte Mirga.be, oder Erbschaft würde gehalten werden.
Bisweilen aber braucht man das Wort Reich, auchin einem eingeschränkteren Sinn, und nennet nur diejeni-gen reich, bei welchen sich ein grosser Ucberfluß an aller-lei Gütern findet, die viel liegende Gründe, und Capi-talien besitzen, und vor andern viele und grosse Einkünf-te haben.
In diesem Verstände, nimmt man das Wort Reich,wenn man schlechthin sagt: Ein reicher Mann, oder dieReichen der Welt. Die Grossen und Reichen. Sowird auch jener Reiche im Evangelio vorgestellt, der alleTage herrlich und in Freuden lebte, weil er alles im Ueber-fiuß hatte. Lue. 16,19. Und in diesem Verstände, nimmtman auch das Wort Reich, wenn es bei den andern ste-het, welche damit überein kommen. Z. E. Wenn mansagt: wohlhabende und reiche ieuce, oder begüterteund reiche ieute, so drücket reich den höchsten Staffeldes zeitlichen Vermögens aus.
Man kann also folgenden Unterschied machen. Allediese Wörter, zeigen den Besitz zeitlicher Güter an, aberVermögend, ist der geringste Staffel davon. Mansagt: Es ist ein vermögender Mann, von demjeni-gen, welcher nicht arm ist, sondern nach dem Stande,worin erlebet, sein Auskommen hat.
Bemittelt zeiget etwas mehreres an, es führet denBegrif mit sich, daß ein Mensch schon einige Mittel hab?,sich verschiedene Bequemlichkeiten zu verschaffen.
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