Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Leedig. Leer .

N?olhabend, drücket noch ein grösseres Vermögenaus. Ein Mensch ist roolhabcnd, wenn er ein gutesAuskommen, und so viel Einkünfte hat, daß er sich alleBequemlichkeiten verschaffen kann, welche dem Stande,worin er lebet, gemäß sind.

Begütert, nennet man denjenigen, welcher nochmehr besitzt; als er auch zur Bequemlichkeit, nach seinemStande braucht, dessen Einkünfte so beschaffen sind, daßer nicht nur alle Bequemlichkeiten in seinem Stande ha,ben, sondern auch noch immer etwas entübrigen kann,der an vielen Dingen einen Ueberfluß hat.

Reich, ist der höchste Staffel, und drücket einengrossen Ueberfluß, an allen zeitlichen Gütern aus.

Man würde also sagen können: Es sind in diesemDorfe, vermögende Bauern, blos, wenn sie nicht armsind, sondert, durch ihre Arbeit, sich und den Ihrigen,einen hinlänglichen Unterhalt erwerben können. Es sindbemittelte Bauern, wenn sie schon einigermassen mitBequemlichkeit leben können. Es sind rvolhabcndeBauern, wenn sie ein gutes Auskommen, und alle Be-quemlichkeiten haben, die sie nach ihrem Standegeniessenkönnen. Es sind begüterte Bauern, wenn sie viel Ackerund Vieh besitzen, und so viel erwerben, daß sie nicht nuralle Bequemlichkeiten ihres Standes, sondern auch anvielen Dingen, einen Ueberfluß haben. Reiche Bauern,nach dem strengsten Verstände dieses Worts, möchten wolnirgend, als zu Sardam in Holland > gefunden werden.Die Einwohner dieses Orts nennen sich Bauern, aberdurch Assecuranz der Schiffe, gewinnen sie oft viel Ton-nen Goldes, und verschiedene unter ihnen, können unterdie reichsten jeute in Holland , gezahlet werden.

A>as Wort Ledig, scheinet von erlediget, oder ent.

lediget, herzukommen, und so etwas auszudrücken,

25z. Ledig. Leer.

was