Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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und etlich anderer berühmter Buchdrucker.

verfallen sey / Patrices und Modelle zu verfertigen/aus denen er hernach die Buchstaben von Erz/Messing oder Ztnn/gegosien. Diefewaren/wie erstvon dttt hölzernen gesaget worden/ durchlöchert/ daßman so viel/ als deren aufeine Zeile gehen/ Mit einemDrat an einander stecken / und aus vielen Zeilen eineForm zusammen fetzen muste. Dergleichen alte ge?locherce Buchstaben werden noch heutiges Ta-ges/ wie Sigmund von Birken schreibet/ zu May uzden neuen DruckerFesellen/ vsenn siedaspoftu?lat verschenken/ zum sogenannten Taufpfenningeinsiebunden.^ Jedoch hat GMtenberg/ wegcndergrossen Unkosten/ das Werk nickt alleinfortgeme-bei?/ sondern I^hann Fausten zu sich in Compa»gnie/ und becdc mit einander den Peter Opilis oderSchessern von Gernsheim / einen anschlägigenKopf/ zum Gehülfen genoinmen/ welcher eine leichtere Manier des Schrisstgiestns erfunden. Sie woh-neten itn Hause zum Jungen genannt/ so nachherodas Drucker-Haus benahmst! worden. Das ersteHaubt-Buch / so sie mit grossen Missal-Buchstabenauf Pergaznen druckcten/ war die Teutfche Bibel/auf welche sie bereits 4000 Goldgülden verwendethatten/ ehe sie dreiQuatcrn oder zwölfBogenver»fertiget: endlich brachten sie solche doch zu Stande.Ehe sie das Bibelwerk zu drucken unternahmen/haben sie vorbero/ wie die Gelehrten wissen/ dasPfalm-Buch und etliche wenige andere ausgeferti-get/ die man noch heut zu Tage m einigen grossenBibliothecken zur sonderbaren Rarität zeiget/als hiervon andere bereits genügsame Nachrichterstattet haben/ so daß allhieetwaSlpeiteranzufüh

ren unnötbig scyn wird. Diese Gesellschaft hat-te nicht lange gedauret/ so entspanne llcb zwi-schen Fausten und Guttenberqcn eine Mißhellig-keit/ und weil diesen: A. 1455 die Sache zuMayttz gerichtlich abgesprochen worden/ so separa-ten sie sich. Wo Guttenberg Htnqck0!nmen / ob erzu Maynzverblieben/ oder ob er/ wie Mallintrotdafür halt/ sich mit einigen Gehulfen nach Straß-bürg gewendet/ und das Wert dafelbst fortgetrie-ben/ ist eine ungewisse Sache. N.m^ii-e in ^nnal.l'/pOF^ p. Z2 schreibet/ er habe A. 1459 zu Har-'lem die Kunst getrieben; und jey eiller von sinnenGesellen/ Friedrich Corftllis, ihm abspenstig ge-machet worden / daß er nach Oxfort in Engcllandübergegangen / und allda eine Druckerei für sichaufgerichtet. Merkwürdig ist / daß entweder garkein Buch/ oder sthr wenige aufzuweisen/ da Gut-tenbergs Name eingedruckt. Nichts destowcni-ger verbleibet ihm der Ruhm unstrittig/ als wel-chen ihm felbst Peter Schesser beileget / wieder bekannte ?iiüic)ricus ?i-irkcmiuz aus dessenMunde erzehlet; dem folglich ain sichersten zu trau»enist. In dem Juristen^olIeZio zu Maynz istihm unter der innern Dachrinne von einem gelehr-ten ?rofess0re Iuris auf der dasigen Universität fol-gcndes mvnuMemum gcsttzet worden: Ic)Ännl(^ur-

cenderzenli NoZuMmo, qui pi imus omniuin line-rss acre imprimenä^s invenit, Imc 2i'te äe rcito Or-Ke dene merenri luo Wirigiti^ dc>L fäxum pro

monumenro poluir sn. 1508- Desien Bildnis hat

Jfaac Bullart in seiner ^caäemie äes Lcicnces eräes^rts^. 1l Iii). IV p. 242 conlerviret/ woraus

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