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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
XII
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Xli Einleitung.

retlsches Erkenntniß nach Principien -» xriori möglichmachen, der zweyte aber in Ansehung derselben nur einnegatives Princip (der bloßen Entgegensetzung) schon inseinem Begriffe bey sich führt, dagegen für die Willens-bestimmung erweiternde Grundsätze, welche darum prak-tisch heißen, errichtet: so wird die Philosophie in zwey,den Principien nach ganz verschiedene, Theile, in dietheoretische als Naturphilosophie, und die practiscl)?als Moralphilosophie (denn so wird die practische,Gesetzgebung der Vernunft nach dem Freiheitsbegriffegenannt) mit Recht eingetheilt. Es hat aber bisherein großer Mißbrauch mit diesen Ausdrücken zur Ein-theilung der verschiedenen Principien, und mit ihnenauch der Philosophie, geherrscht: indem man das Prac-tische nach Naturbegriffen mit dem Praktischen nachdem Freyheitsbegriffe für einerley nahm, und so, unterdenselben Benci.uungen einer theoretischen und prakti-schen Philosophie, eine Eintheilung machte, durch wel-che (da beide Theile einerley Principien haben konnten)in der That nichts eingetheilt war.

Der Wille, als Begehrungsvermögen, ist nehmlicheine von den mancherley Naturursachen in der Welt,nehmlich diejenige, welche nach Begriffen wirkt; undAlles, was als durch einen Willen möglich (oder noth-wendig) vorgestellt wird, heißt practisch-möglich (odernothwendig) - zum Unterschiede von der physischen Mög-lichkeit oder Nothwendigkeit einer Wirkung, wozu die