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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
XIII
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Einleitung. xtn

Ursache nicht durch Begriffe (sondern, wie bey der leblo-sen Materie, durch Mechanism, und bey Thieren, durchInstinkt) zur Causalitat bestimmt wird. Hier wirdnun in Ansehung des Practischen unbestimmt gelassen:ob der Begrif, der der Causalitat des Willens die Ncgclgiebt, ein Naturbegrif, oder ein Freyhcitsbegrif sey.

Der letztere Unterschied aber ist wesentlich. Denn,ist der die Causalitat bestimmende Begrif ein Naturbe-grif, so sind die Principien techiiisch-practifch; ist

er aber ein Freyhcitsbegrif, so sind diese Momlisch-practisch: und weil es in der Eintheilung einer Ver-nunftwissenschaft ganzlich auf diejenige Verschiedenheitder Gegenstände ankommt, deren Erkenntniß verschiede-ner Principien bedarf, so werden die ersteren zur theore-tischen Philosophie (als Naturlehre) gehören, die an-dern aber ganz allein den zweyten Theil, nehmlich (alsSittenlehre) die practische Philosophie, ausmachen.

Alle technisch-practische Regeln (d. i. die der Kunstund Geschicklichkeit überhaupt, oder auch der Klugheit,als einer Geschicklichkeit auf Menschen und ihren WillenEinfluß zu haben), fo fern ihre Principien auf Begriffenberuhen, müssen nur als Corollarien zur theoretischenPhilosophie gezahlt werden. Denn sie betreffen nurdie Möglichkeit der Dinge nach Narurbegriffen, wozunicht allein die Mittel, die in der Natur dazu anzutreffensind, sondern selbst der Wille (als Begehrungs<, mithinals Naturvermögen) gehört, sofern er durch Triebst-