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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
30
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zo Erster Theil.

lichen Hange des Menschen zur Geselligkeit (empirischund psychologisch) leichtlich darthun. Das ist aber zuunserer Absicht nicht genug. Die Lust, die wir fühlen,uiuthen wir jedem andern im Gefchmacksurtheile alsnothwendig zu, gleich als ob es für eine Beschaffenheitdes Gegenstandes, die an ihm nach Begriffen bestimmtist, anzusehen wäre, wenn wir etwas schön nennen; dadoch Schönheit ohne Beziehung auf das Gefühl des Sub-jects für sich nichts ist. Die Erörterung dieser Frageaber müssen wir uns bis zur Beantwortung derjenigen:ob und wie ästhetische Urtheile 2 xiiori möglich sind,vorbehalten.

Jetzt beschäftigen wir, uns noch mit der mindernFrage: aufweiche Art wir uns einer wechselseitigen sub-jektiven Uebereinstimmung der Erkenntnißkräfte untereinander im Geschmacksurtheile bewußt werden, ob ästhe-tisch durch den bloßen innern Sinn und Empfindung,oder intellectuell durch das Bewußtseyn unserer absichtli-chen Thätigkeit, womit wir jene ins Spiel setzen.

, Wäre die gegebene Vorstellung, welche das Ge-schmacksurtheil veranlaßt, ein Begrif, welcher Verstandund Einbildungskrast in der Beurtheilung des Gegen-standes zu einem Erkenntnisse des Objects vereinigte, sowäre das Bewußtseyn dieses Verhältnisses intellectuell(wie im objectiven Schematism der Urtheilskraft, wo-von die Critik handelt). Aber das Urtheil wäre auchalsdann nicht in Beziehung auf Lust und Unlust gefället,