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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
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Critik der ästhetischen Urtheilökrasr. z i

mithin kein Gefchmacksurtheil. Nun bestimmt aber dasGefchmacksurtheil, unabhängig von Begriffen, das Ob-ject in Ansehung des Wohlgefallens und des Prädikatsder Schönheit. Also kann jene subjective Einheit desVerhältnisses sich nur durch Empfindung kenntlich ma-chen. Die Belebung beider Vermögen (der Einbildungs-kraft und des Verstandes) zu bestimmter, aber doch,vermitttelst des Anlasses der gegebenen Vorstellung, ein-helliger Thätigkeit, derjenigen nehmlich die zu einemErkenntniß überhaupt gehört, ist die Empfindung, de-ren allgemeine Mittheilbarkeit das Gefchmacksurtheil po-stulirt. Ein objectives Verhältniß kann zwar nur gedacht,aber, so fern es feinen Bedingungen nach fubjectiv ist,doch in der Wirkung auf das Gemüth empfunden werden;und bey einem Verhältnisse, welches keinen Vegrif zumGrunde legt (wie das der Vorstellungskräfte zu einemErkenntnißvermögen überhaupt) ist auch kein anderesBewußtfenn desselben, als durch Empfindung der Wir-kung, die im erleichterten Spiele beider durch wechselsei-tige Zusammenstimmung belebten Gemüthskrafte (derEinbildungskraft und des Verstandes^ besteht, möglich.Eine Vorstellung, die als einzeln und ohne Verglei-chung mit andern, dennoch eine Zufammenstimmung zuden Bedingungen der Allgemeinheit hat, welche das Ge-schäft des Verstandes überhaupt ausmacht, bringt dieEtkenntnißvermögen in die proportionirte Stimmung,die wir ju allem Erkenntnisse fordern, und daher auch