76 Erster Theil.
Lust als vielmehr Bewunderung oder Achtung enthält,
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d. i. ingalive Lust genannt zu werden verdient.
Der wichtigste und innere Unterschied aber des Er-habenen vzm Schönen ist wohl dieser: daß, wenn wir,wie billig, hier zuförderst nur das Erhabene an Natur-objecten in Betrachtung ziehen (das der Kunst wird nehm-lich immer auf die Bedingungen der Übereinstimmungmit der Natur eingeschränkt) die Naturschönheit (dieselbsistandige) eine Zweckmäßigkeit in ihrer Form, wo-durch der Gegenstand für unsere Urtheilskrast gleichsamvorherbestimmt zu seyn scheint, bey sich führe, und so ansich einen Gegenstand des Wohlgefallens ausmacht; hin-gegen das was in uns, ohne zu vernünfteln, bloß in derAuffassung, das Gefühl des Erhabenen erregt, der Formnach zwar zweckwidrig für unsere Urtheilskraft, unange-messen unserm Darsicllungsvermögen, und gleichsam ge-waltthätig für die Eittbildnngskraft erscheinen mag, aberdennoch nur um desto erhabener zu seyn geurtheilt wird»Man sieht aber hieraus sofort, daß wir uns über-haupt unrichtig ausdrücken, wenn wir irgend einenGegenstand der Natur erhaben nennen, ob wirzwar ganz richtig sehr viele derselben schön nennen kön-nen; denn wie kann das mit einem Ausdrucke des Bey-falls bezeichnet werden, was an sich als zweckwidrig auf-gefaßt wird? Wir können nicht mehr sagen, als daß derGegenstand zur Darstellung einer Erhabenheit tauglichsey, die im Gemüthe angetroffen werden kann;, denn