78 Erster Theil.
wir an ihr erhaben zu nennen pflegen, ist sogar nichrswas auf besondere objective Principien und diesen ge-mäße Formen der Natur führte, daß diese vielmehr inihrem Chaos oder in ihrer wildesten regellosesten Unord-nung und Verwüstung, wenn sich nur Größe und Machtblicken läßt, die Ideen des Erhabenen am meisten erregt.Daraus sehen wir, daß der Begrif des Erhabenen derNatur bey weitem nicht so wichtig und an Folgerungenreichhaltig sey, als der des Schönen in derselben; unddaß er überhaupt nichts Zweckmäßiges in der Naturselbst, sondern nur in dem möglichen Gebraucheihrer Anschauungen, um eine von der Natur ganz un-abhängige Zweckmäßigkeit in uns selbst fühlbar zu ma-chen, anzeige. Zum Schönen der Natur müssen wireinen Grund außer uns suchen, zum Erhabenen aberbloß in uns und der Denkungsart, die in die Vorstel-lung der ersteren Erhabenheit hineinbringt; eine sehrnöthige vorläufige Bemerkung, welche die Ideen desErhabenen von der einer Zweckmäßigkeit der Naturganz abtrennt, und aus der Theorie desselben einenbloßen Anhang zur ästhetischen Beurtheilung der Zweck-mäßigkeit der Natur macht, weil dadurch keine beson-dere Form in dieser vorgestellt, sondern nur ein zweck-mäßiger Gebrauch, den die Einbildungskraft von ihrerVorstellung macht, entwickelt wird.