Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 101

und nicht als bloß subjcctiv, d. i. als Unvermögen es zufasse!?, erkannt: weil da auf den Grad der Zusammen-fassung in eine Anschauung, als Maaß, gar nicht gese-hen wird, sondern alles auf einen Zahlbegrif ankommt.Allein in einer ästhetischen Größenschatzung muß derZahlbegrif wegfallen oder verändert werden, und dieComprehension der Einbildungskrast zur Einheit desMaaßes (mithin mit Vermeidung der Begriffe voneinem Gesetze der successiven Erzeugung der Grvßenbe-griffe) ist allein für sie zweckmäßig. - Wenn nun eineGroße beynahe das Äußere unseres Vermögens derZusammenfassung in eine Anschauung erreicht, und dieEinbildungskraft doch durch Zahlgrößen (für die wiruns unseres Vermögens als unbegränzt bewußt sind)zur ästhetischen Zusammenfassung in eine größere Einheitaufgefordert wird, so fühlen wir uns im Gemüth alsästhetisch in Gränzen eingeschlossen; aber die Unlust wirddoch, in Hinsicht auf die nothwendige Erweiterung derEinbildungskraft zur Angemessenheit mit dem, was inunserm Vermögen der Vernunft unbegränzt ist, nehmlichder Idee des absoluten Ganzen, mithin die Unzweckmäs-sigkeit des Vermögens der Einbildungskraft für Ver-uunftideen und deren Erweckung doch als zweckmäßigvorgestellt. Eben dadurch wird aber das ästhetische Ur-lheil selbst subjectiv-zweckmäßig für die Vernunft alsO.uell der Ideen, d. i. einer solchen intellectuellen Zu-sammenfassung, für die alle ästhetische klein ist und

G z