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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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102
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iv2 Erster Theil.

der Gegenstand wird als erhaben mit einer Luft aufge-nommen, die nur vermittelst einer Unlust möglich ist.

II.

Vom Dynamisch-Erhabene!; der Natur.

§. 28.

Von der Natur als einer Macht.

Macht ist ein Vermögen, welches großen Hinder-nissen überlegen ist. Eben dieselbe heißt ein? Gewalt,wenn sie auch dem Widerstande dessen, was selbst Machtbesitzt, überlegen ist. Die Natur im ästhetischen Ur-theile als Macht, die über uns keine Gewalt hat, be-trachtet, ist dynamisch-erhaben.

Wenn von uns die Natur dynamisch als erhabenbeurtheilt werden soll, so muß sie als Furcht-erregendvorgestellt werden (obgleich nicht umgekehrt, jeder Furchterregende Gegenstand in unserm ästhetischen Urtheile er-haben gefunden wird). Denn in der ästhetischen Beur-theilung (ohne Vegrif) kann die Überlegenheit überHindernisse nur nach der Größe des Widerstandes beur-theilt werden. Nun ist aber das welchem wir zu widerste-hen bestrebt sind, ein Übel, und, wenn wir unser Ver-mögcn demselben nicht gewachsen finden, ein Gegcustandder Furcht. Also kann für die ästhetische Urtheilskrastdie Natur nur sofern als Macht, mithin dynamisch-