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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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146
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146 Erster Theil.

nur in der Subsumtion der Einbildungskrast selbst (beyeiner Vorstellung, wodurch ein Gegenstand gegeben wird)unter die Bedingungen, daß der Verstand überhauptvon der Anschauung zu Begriffen gelangt, bestehen.D. i. weil eben darin, daß die Einbildungskraft ohneBegrif schematisirt, die Freyheit derselben besteht; somuß das Geschmacksurtheil auf einer bloßen Empfin-dung der sich wechselseitig belebenden Einbildungskraftm ihrer Freyheit, und des Verstandes mit seinerGesetzmäßigkeit/ also auf einem Gefühle beruhen,das den Gegenstand nach der Zweckmäßigkeit der Vor-stellung (wodurch ein Gegenstand gegeben wird) auf dieBeförderung des Erkenntuißvermögens in ihrem freyenSpiele beurtheilen laßt ! und der Gefchmack, als subje-ctive Urtheilskraft, enthalt ein Princip der Subsumtion,aber nicht der Anschauungen unter Begriffe, sonderndes Vermögens der Anschauungen oder Darstellun-gen (d. i. der Einbildungskraft) unter das Vermöge?;der Begriffe (d. i. den Verstand), sofern das erstere

in seiner Freyheit zum letzteren in seiner Gesetz-mäßigkeit zusammenstimmt.

Um diesen Rechtsgrund nun durch eine Dcductionder Geschmacksurtheile ausfindig zu machen, könnennur die formalen Eigenthümlichkeiten dieser Art Ur-theile, mithin sosern an ihnen bloß die logische Formbetrachtet wird, uns zum Leitfaden dienen. .