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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
239
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Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 2^9

sich selbst widerspreche. Man sieht also, daß die Hebungder Antinomie der ästhetischen Nrtheilskraft einen ähnli-chen Gang nehme mit dem, welchen die Critik in Auflö-sung der Antiuomieen der reinen theoretischen Vernunftbefolgte; und daß, eben so hier und auch in der Critikder practischen Vernunft, die Antinomieen wider Willennöthigen, über das Sinnliche hinaus zu sehen, und imÜbersinnlichen den Vereinigungspunct aller unsererVermögen g p,l»ii zu suchen: weil kein anderer Aus-weg übrig bleibt, die Vernunft mit sich selbst einstimmigzu machen.

Anmerkung l.

Da wir in der Transcendental-Philosophie so oft Ver-anlassung finden, Zdeen von Verstandcsbegrisscn zu unter,scheiden, so kann es von Nutzen seyn, Ihrem Unterschiedeangemessene Kunstausdrücke einzuführen. Zch glaube, manwerde nichts dawider haben, wenn ich einige in Vorschlagbringe. Zdeen in der allgemeinsten Bedeutung find, nacheinem gewissen (subjecriven oder objectiven) Princip, aufeinen Gegenstand bezogene Vorstellungen, sofern sie dochnie eine Erkenntniß desselben werden können. Sie sind ent<weder nach einem bloß subjectiven Princip der Uberein,stimmung der Erkenntnisvermögen untereinander (der Ein-bildungskraft und des Verstandes) auf eine Anschauungbezogen: und heißen alsdann ästhetische; oder nach einemobjectiven Princip aus einen Begrif bezogen, können aberdoch nie eine Erkenntniß des Gegenstandes abgeben: undheißen Vernunftideen; in welchem Falle der Begrif eintranscendenter Begrif ist, welcher vom Verstandesbegrtffe,