Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 2^9
sich selbst widerspreche. Man sieht also, daß die Hebungder Antinomie der ästhetischen Nrtheilskraft einen ähnli-chen Gang nehme mit dem, welchen die Critik in Auflö-sung der Antiuomieen der reinen theoretischen Vernunftbefolgte; und daß, eben so hier und auch in der Critikder practischen Vernunft, die Antinomieen wider Willennöthigen, über das Sinnliche hinaus zu sehen, und imÜbersinnlichen den Vereinigungspunct aller unsererVermögen g p,l»ii zu suchen: weil kein anderer Aus-weg übrig bleibt, die Vernunft mit sich selbst einstimmigzu machen.
Anmerkung l.
Da wir in der Transcendental-Philosophie so oft Ver-anlassung finden, Zdeen von Verstandcsbegrisscn zu unter,scheiden, so kann es von Nutzen seyn, Ihrem Unterschiedeangemessene Kunstausdrücke einzuführen. Zch glaube, manwerde nichts dawider haben, wenn ich einige in Vorschlagbringe. — Zdeen in der allgemeinsten Bedeutung find, nacheinem gewissen (subjecriven oder objectiven) Princip, aufeinen Gegenstand bezogene Vorstellungen, sofern sie dochnie eine Erkenntniß desselben werden können. Sie sind ent<weder nach einem bloß subjectiven Princip der Uberein,stimmung der Erkenntnisvermögen untereinander (der Ein-bildungskraft und des Verstandes) auf eine Anschauungbezogen: und heißen alsdann ästhetische; oder nach einemobjectiven Princip aus einen Begrif bezogen, können aberdoch nie eine Erkenntniß des Gegenstandes abgeben: undheißen Vernunftideen; in welchem Falle der Begrif eintranscendenter Begrif ist, welcher vom Verstandesbegrtffe,