Critik der teleologischen Urtheilskraft. 287
er erzeugt, ist von derselben Gattung; und so erzeugt.ersich selbst der Gattung nach, in der er einerseits alsWirkung, andrerseits als Ursache, von sich selbst unauf-hörlich hervorgebracht, und eben so, sich selbst oft her-vorbringend, sich, als Gattung, beständig erhält.
Zweytens erzeugt ein Baum sich auch selbst alsIndividuum. Diese Art von Wirkung nennen wirzwar nur das Wachsthum; aber dieses ist in solchemSinne zu nehmen, daß es von jeder andern Größenzu^nähme nach mechanischen Gesetzen gänzlich unterschieden,und einer Zeugung, wiewohl unter einem andern Na>men, gleich zu achten ist. Die Materie, die er zu sichhinzusetzt, verarbeitet dieses Gewächs vorher zu specifisch-eigenthümlicher Qualität, welche der Naturmechanismaußer ihr nicht liefern kann, und bildet sich selbst weiteraus, vermittelst eines Stoffes, der, seiner Mischungnach, sein eignes Product ist. Denn, ob er zwar, wasdie Bestandtheile betrift, die er von der Natur außerihm erhält, nur als Educt angesehen werden muß; soist doch in der Scheidung uud neuen Zusammensetzungdieses rohen Stoss eine solche Originalität des Schei-dungs- und Bildungsvermvgens dieser Art Naturwesenanzutreffen, daß alle Kunst davon unendlich weit ent-fernt bleibt, wenn sie es versucht, aus den Elementen,die sie durch Zergliederung derselben erhält, oder auchdem Stof, den die Natur zur Nahrung derselben lie^fert, jene Producte des Eewächsreichs wieder herzu,stellen.