288 Zweyter Theil.
Dritteiis erzeugt ein Theil dieses Geschöpfs auchsich selbst so: daß die Erhaltung des einen von der Er-haltung der andern wechselsweise abhangt. Das Augean einem Bamnblatt, dem Zweige eines andern einge-impft, bringt an einem fremdartigen Stocke ein Gewächsvon seiner eignen Art hervor, und eben fo das Pfropfreisauf einem andern Stamme. Daher kann man auch andemselben Baume jeden Iweig oder Blatt als bloß aufdiesen gepfropft oder oculirt, mithin als einen fürsich selbst bestehenden Baum, der sich nur an einen an-dern anhängt und parasitisch nährt, ansehen. Zugleichsind die Blatter zwar Producte des Baums, erhaltenaber' diesen doch auch gegenseitig; denn die wiederholteEntblätterung würde ihn todten, und sein Wachsthumhangt von ihrer Wirkung auf den Stamm ab. DerSelbsthülfe der Natur in diesen Geschöpfen bey ihrerVerletzung, wo der Mangel eines Theils, der zur Er-haltung der benachbarteil gehörte, von den übrigen er-gänzt wird; der Mißgeburten oder Mißgestalten imWachsthum, da gewisse Theile, wegen vorkommenderMangel oder Hindernisse, sich auf ganz neue Art for-men, um das, was da ist, zu erhalten, und ein ano-malifches Geschöpf hervorzubringen: will ich hier nurim Vorbeygehen erwähnen, ungeachtet sie unter diewundersamsten Eigenschaften, organisirtev Geschöpfe ge-hören.
§. 65.