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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
289
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Critik der teleologischen UrtheilSkraft. 289§. 65.

Dinge, als Naturzwecke, sind organisirteWesen.

Nach dem im vorigen §. angeführten Character,muß ein Ding/ welches, als Naturproduct, doch zu-gleich nur als Naturzweck möglich erkannt werden soll,sich zu sich selbst wechselseitig als Ursache und Wirkungverhalten, welches ein etwas uneigentlicher und unbe-stimmter Ausdruck ist, der einer Ableitung von einembestimmten Begriffe bedarf.

Die Causalverbindung, sofern sie bloß durch denVerstand gedacht wird, ist eine Verknüpfung die eineReihe (von Ursachen und Wirkungen) ausmacht, welcheimmer abwärts geht; und die Dinge selbst, welche alsWirkungen andere als Ursache voraussetzen, können vondiesen- nicht gegenseitig zugleich Ursache seyn. DieseCausalverbindung nennt man die der wirkenden Ursa-chen (nsxus el?Lctivus). Dagegen aber kann doch aucheine Causalverbindung nach einem Vernunftbegriffe (vonZwecken) gedacht werden, welche, wenn man sie alsReihe betrachtete, sowohl abwärts als aufwärts Ab-hängigkeit bey sich führen würde, in der das Ding,welches einmal als Wirkung bezeichnet ist, dennoch auf-wärts den Namen einer Ursache desjenigen Dinges ver-dient, wovon es die Wirkung ist. Im practifchen (nehm-lich der Kunst) findet man leicht dergleichen VerknüpfungHains <Lrir. d. Urrheilskr, . T