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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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290
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290 Zwetyer Theil.

wie z. B. das Haus zwar die Ursache der Gelder ist, diefür Miethe eingenommen werden, aber doch auch um-gekehrt die Vorstellung von diesem möglichen Einkom-men die Ursache der Erbauung des Hauscs war. Einesolche Causalverknüpfung wird die der Endursachen(nsxns linglis) genannt. Man könnte die erstere viel-leicht schicklicher die Verknüpfung der realen, die zweyteder idealen Ursachen nennen, weil bey dieser Benen-nung zugleich begriffen wird, daß es nicht mehr alsdiese zwey Arten der Causalitat geben könne.

Zu einem Dinge als Naturzweckc wird nun erstlicherfordert, daß die Theile (ihrem Daseyn und der Formnach) nur durch ihre Beziehung auf das Ganze mög-lich sind. Denn das Ding selbst ist ein Zweck, folg-lich unter einem Begriffe oder einer Idee befaßt, diealles was in ihm enthalten seyn soll, 2 xriori bestimmenmuß. Sofern aber ein Ding nur auf diese Art als mög-lich gedacht wird, ist es bloß ein Kunstwerk, d. i. das Pro-duct einer von der Materie (den Theilen) desselben un-terschiedenen vernünftigen Ursache, deren Causalitat (inHerbeyschassnng und Verbindung der Theile) durch ihreIdee von einem dadurch möglichen Ganzen (mithinnicht durch die Natur außer ihm) bestimmt wird.

Soll aber ein Ding, als Naturprodukt, in sich selbstund seiner innern Möglichkeit doch eine Beziehung aufZwecke enthalten, d. i. nur als Naturzweck und ohne dieCausalitat der Begriffe von vernünftigen Wesen außer