Critik der teleologischen Urtheilskraft. 291
ihm möglich seyn; so wird zweytens dazu erfordert:daß die Theile desselben sich dadurch zur Einheit einesGanzen verbinden, daß sie von einander wechselseitigUrsache und Wirkung ihrer Form sind. Denn auf solcheWcise ist es allein möglich, daß umgekehrt (wechselseitig)die Idee des Ganzen wiederum die Form und Verbin-tmng aller Theile bestimme: nicht als Ursache — dennda wäre es ein Kunsiproduct — sondern als Erkenn t-nißgrund der systematischen Einheit der Form und Ver-bindung alles Mannichfaltigen, was in der gegebenenMaterie enthalten ist, für den, der es beurtheilt.
Zu einem Körper also, der an sich und seiner innernMöglichkeit nach als Naturzweck beurtheilt werden soll,wird erfordert, daß die Theile desselben einander insge-sammt, ihrer Form sowohl als Verbindung nach, wech-selseitig, und so ein Ganzes aus eigener Causalitat her-vorbringen, messen Begrif wiederum umgekehrt (in einemWesen, welches die einem solchen Product angemesseneCausalitat nach Begriffen besäße) Ursache von demsel-ben nach einem Princip, folglich die Verknüpfung der
wirkenden Ursachen zugleich als Wirkung durch
Endursachen beurtheilt werden könnte.
In einem solchen Producte der Natur wird ein jederTheil, so, wie er nur durch alle übrige da ist, auch alsUM der andern und des Ganzen willen eMirend,d. i. als Werkzeug (Organ) gedacht: welches aber nichtgenug ist (denn er könnte auch Werkzeug der Kunst seyn,