Critik der theologischen llrtheilskraft. 295
rcflectirende Urtheilskraft seyn, nach einer entferntenAnalogie mit unserer Causalität nach Zwecken überhauptdie Nachforschung über Gegenstande dieser Art zu leitenund über ihren obersten Grund nachzudenken; das letz-tere zwar nicht zulL Behuf der Kenntniß der Natur,oder jenes Urgrundes derselben, sondern vielmehr ebendesselben vractischen Vernnnftvermögens in uns, mitwelchem wir die Ursache jener Zweckmäßigkeit in Ana-logie betrachteten.
Organisirte Wesen sind also die einzigen in der Na-tur, welche, wenn man sie auch für sich und ohne einVerhältniß auf andere Dinge betrachtet, doch nur alsZwecke derselben möglich gedacht werden müssen, und diealso zuerst dem Begriffe eines Zwecks, der nicht einpraktischer sondern Zweck der Natur ist, objectiveRealität, und dadurch für die Naturwissenschaft denGrund zu einer Teleologie, d. i. einer Veurtheilungs-art ihrer Objecte nach einem besondern Princip, ver-schaffen, dergleichen man in sie einzuführen (weil mandie Möglichkeit einer solchen Art Causalität gar nicht2 priori einsehen kann) sonst schlechterdings nicht be-rechtigt seyn würde.
§- 66..
Vom Princip der Beurtheilung der innernZweckmäßigkeit in organisirten Wesen.
Dieses Princip, zugleich die Definition derselben,
heißt: Ein organisittes Product der Natur ist
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