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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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Zweyter Theil.

die Organisation der Natur nichts Analogisches mitirgend einer Causalität die wir kennen Schönheit derNatnr, weil sie den Gegenstanden nur in Beziehung aufdie Reflexion über die äußere Anschauung derselben,mithin nur der Form der Oberflache wegen beygelegtwird, kann mit Recht ein Analogon der Kunst genannt

werden. Aber innere Naturvollkomme>chetl> wiesie diejenigen Dinge besitzen, welche nur als Natur-Zwecke möglich sind und darum organisirte Wesen hcis-sen, ist nach keiner Analogie irgend eines uns bekanntenphysischen d. i. Naturvermögens, ja da wir selbst zurNatur im weitesten Verstände gehören, selbst nicht ein-mal durch eine genau angemessene Analogie mit mensch-licher Kunst denkbar und erklärlich.

Der Vegrif eines Dinges, als an sich Naturzwecks,ist also kein coustitutiver Vegrif des Verstandes oder derVernunft, kann aber doch ein regulativer Begrif für die

Man kann umgekehrt einer gewissen Verbindung, die aberauch mehr in der Idee als in der Wirklichkeit angetroffenwird, durch eine Analogie mit den genannten unmittelbarenNaturzwecken Licht gebe». So hat man sich, bey einerneuerlich unternommenen gänzlichen Umbildung eines großenVolks zu einem Staat, des Worts Grganisarion häufigfür Einrichtung der Magistrat««» u. s. w. und selbst desganzen Sraotskörpers sehr schicklich bedient. Denn jedesGlied soll freylich in einem solchen Ganzen nicht bloß Mit,tel, sondern zugleich auch Zweck; und, indem es zu der Mög/lichkeit des Ganzen mitwirkt, durch die Idee des Ganze»wiederum, seiner Stelle und Functisn uach, bestimmt seyn.