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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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293
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Critik der theologischen Urtheilökraft. 29z

geude Kraft; sondern es besitzt in sich bildende Kraft,und zwar eine solche, die es den Materiell mittheilt,welche sie nicht haben (sie organisirt) : also eine sich fort-pflanzende bildende Kraft, welche durch das Bewe-gMlgsvermögen allein (den Mechanist«) nicht erklärtwerden kann.

Man sagt von der Natur und ihrem Vermögen inorganisirtcn Produtten bey weitem zu wenig, wenn mandieses ein Analogen der Kunst nennt; .denn da denktman sich den Künstler (ein vernünftiges Wesen) außerihr. Sie organisirt sich vielmehr selbst, und in jederSpecies ihrer organisirten Producte, zwar nach einerleyExemplar im Ganzen, aber doch auch mit schicklichenAbweichungen, die die Selbsterhaltung nach den Um-standen erfordert. Naher tritt man vielleicht dieser un-erforfchlichen Eigenschaft, wenn man sie ein Analogst!des Lebens nennt: aber da muß mau entweder dieMaterie als bloße Materie mit einer Eigenschaft (Hylo-zoism) begaben, die ihrem Wefen widerstreitet; oder ihr

ein fremdartiges mit -.hr in Gemeinschaft stehendes

Princip (eine Seele) beygesellen: wozu man aber, wennein solches Prodnct ein Naturproduct seyn soll, organi-sirte Materie als Werkzeug jener Seele entweder schonvoraussetzt, und jene also nicht im mindesten begreifli-cher macht, oder die Seele zur Künstlerin dieses Bau-werks machen, und so das Prodnct der Natur (der kör-perlichen) entziehen muß.' Genau zu reden, hat also

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