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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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297
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Critik der teleologischen Urtheilskraft. 297

wie bey Verlassung des letzteren gar keine Erfahrungüberhaupt, so bey der des ersteren Grundsatzes kein Leit-faden für die Beobachtung einer Art von Naturdingen,die wir einmal teleologifch unter dem Begriffe der Na-turMecke gedacht haben, übrig bleiben würde.

Denn dieser Begrif führt die Vernnnft in eine ganzandere Ordnung der Dinge, als die eines bloßen Mecha-nisms der Natur, der uns hier nicht mehr genugthunwill. Eine Idee soll der Möglichkeit des Naturproductszum Grunde liegen. Weil diese aber eine absolute Ein-heit der Vorstellung ist, statt daß die Materie eine Viel-heit der Dinge ist, die für sich keine bestimmte Einheitder Zusammensetzung an die Hand geben kann; so muß,wenn jene Einheit der Idee sogar als Bestimmungs-gruud 2 priori eines Naturgesetzes der Causalitat einersolchen Form des Zusammengesetzten dienen soll, derZweck der Natur auf Alles, was in ihrem Producteliegt, erstreckt werden. Denn, wenn wir einmal der-gleichen Wirkung im Ganzen auf einen übersinnlichenBestlmmnngsgrund über den blinden Mechanism derNatur hinaus, beziehen, müssen wir sie auch ganz nachdiesem Princip beurtheilen; und es ist kein Grund da,die Form eines solchen Dinges noch zum Theil vom letz-teren als anhängig anzunehmen, da alsdann, bey derVermischung ungleichartiger Principien, gar keine sichereRegel der Beurtheilung übrig bleiben würde.