Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
298
Einzelbild herunterladen
 

298 Zweyter Theil.

Es mag immer seyn, daß z. B. in einem thierischenKörper manche Theile als Concretionen nach bloß mecha-nischen Gesetzen begriffen werden könnten (als Haute,Knochen, Haare). Doch muß die Ursache, welche diedazu schickliche Materie Herbeyschaft, diese so modificirt,formt, und an ihren gehörigen Stellen abfetzt, immerteleologifch beurtheilt werden, so, daß alles in ihm alsorganisirt betrachtet werden muß, und alles auch in ge-wisser Beziehung auf das Ding selbst wiederum Organ ist.

§. 67.

Vom Princip der teleologischen Beurthei-lung über Natur überhaupt als Systentder Zwecke.

Wir haben oben von der äußeren Zweckmäßigkeitder Naturdinge gesagt: daß sie keine hinreichende Be-rechtigung gebe, sie zugleich als Zwecke der Natur, zuErklarungsgründen ihres Daseyns, und die zufällig-zweckmäßigen Wirkungen derselben in der Idee, zuGründen ihres Daseyns nach dem Princip der Endur-sachen zu brauchen. So kann man die Flüsse, weil siedie Gemeinschaft im Innern der Länder unter Völkern be-fördern, die Gebirge, weil sie zu diesen die Quellenund zur Erhaltung derselben den Schneevorrath fürregenlose Zeiten enthalten, ungleichen den Abhangder Länder, der diese Gewässer abführt und das Landtrocken werden laßt, darum nicht sofort für NaturMcke